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Interview mit dem neuen Generalsekretär der DESWOS, Gerhard Müller

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DESWOS briefly vom 13.05.2015

Gerhard Müller, Generalsekretär der DESWOS
Foto: DESWOS
DESWOS: Herr Müller, Sie waren bereits 12 Jahre im Vorstand der DESWOS aktiv und sind seit kurzem Generalsekretär. Was motiviert Sie zu diesem Ehrenamt und was möchten Sie als Generalsekretär bewirken?
Gerhard Müller: Ich komme aus einem christlich geprägten Elternhaus und bin mit der Einsicht aufgewachsen, dass wir in Deutschland sehr privilegiert leben. Diese Auffassung hat mich auf meinem Lebensweg geprägt. Die Arbeit bei der DESWOS war für mich eine gute Möglichkeit, mich neben meiner beruflichen Tätigkeit auch ehrenamtlich für den wirtschaftlichen Ausgleich und für Gerechtigkeit zu engagieren. In den zwölf Jahren meiner Mitarbeit im Vorstand habe ich einen intensiven Einblick in die Arbeit der DESWOS bekommen. Das hilft mir natürlich jetzt, das so wichtige Amt des Generalsekretärs zu übernehmen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in den Gremien, in der Geschäftsstelle und besonders mit den Förderern auch in Zukunft sehr gut zusammen arbeiten werden und die DESWOS weiterhin ein verlässlicher Partner für Menschen in Entwicklungsländern sein wird.

DESWOS: Als Geschäftsführer einer Wohnungsgesellschaft sind Sie ein „Mann der Praxis“. Was sagen Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen in der Wohnungswirtschaft über die Arbeit der DESWOS?
Gerhard Müller: In meinen Gesprächen werde ich immer den Nutzen einer Mitgliedschaft bei der DESWOS herausstellen. Natürlich geht es zuallererst immer um die Menschen in den Entwicklungsländern, denen wir helfen. Aber die Wohnungsunternehmen können sich mit der DESWOS auch ein Stück als sozialverantwortliche Unternehmen positionieren. Meines Wissens gibt es nur wenige andere Branchen, die dies mit einer eigenen Organisation unterstützen. Wünschen würde ich mir, dass es zukünftig mehr Wohnungsunternehmen gibt, die das erkennen. Insgesamt verzeichnen wir einen Generationswechsel in der Wohnungswirtschaft. Viele der neuen Vorstände und Geschäftsführer kennen die DESWOS und ihre Arbeit noch nicht genau genug. Meine Aufgabe ist es, das zu vermitteln und sie ins Boot zu holen.

DESWOS: Wo sehen Sie noch Entwicklungspotentiale bei der DESWOS? Was möchten Sie gerne verbessern?
Gerhard Müller: Ganz klar, ich würde gerne mehr Unterstützer der kommenden Generation der Wohnungswirtschaft gewinnen und die Zahl der Mitglieder steigern. Wichtig ist mir dabei, die DESWOS durch Kommunikation und Bekanntheit breiter aufzustellen. Ein Stichwort dazu sind die neuen Medien und die Möglichkeiten stärkerer Präsenz im Internet. Wir arbeiten im Hintergrund gerade an einem sogenannten Spendentool, an einem Instrument für die Website, mit dem wir auch online Spenden einwerben können.

DESWOS: Was halten Sie grundsätzlich von Partnerschaften von Spendern oder Spendergruppen mit einzelnen Projekten?
Gerhard Müller: Partnerschaften als regionale Zusammenschlüsse halte ich für sehr wichtig zur Projektförderung. Wir haben wirklich gute Beispiele erlebt, auf Verbandsebene oder auch durch Arbeitsgemeinschaften. Bei der Spendenpartnerschaft zum Bau eines Mädchenwohnheims in Ruanda mit dem Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft habe ich die Kollegen im Verband angerufen und gefragt, macht ihr dabei mit? Nahezu jeder aus unserem Zusammenschluss wollte gerne mit einer Spende zur Finanzierung des Projekts beitragen. Das gemeinsame Vorgehen schafft eine höhere Identifikation der Spender mit dem Projekt. Das motiviert auch mich.

DESWOS: Wie sehen Sie die Zukunft der DESWOS angesichts der großen Herausforderungen, der die Unternehmen der Wohnungswirtschaft gegenüberstehen? Denn der Großteil der Förderer der DESWOS stammt aus der Wohnungswirtschaft.
Gerhard Müller: Ich sehe mit großer Zuversicht in die Zukunft der DESWOS. Immer mehr Unternehmen bekennen sich zur Corporate Social Responsibility (CSR) und zeigen ihre soziale Verantwortung. Bei einigen gehört ein Sozialbericht schon zum Programm. Da ist auch die Unterstützung der DESWOS, unserer brancheneigenen Organisation der Entwicklungszusammenarbeit, für viele gut begründbar und Teil des Engagements.

Ich würde mir wünschen, dass zu den großen Herausforderungen wie Klimaschutz, energetische Sanierung und flexible Nutzung von Wohnraum zukünftig auch Wohnraum für Arme in DESWOS-Projekten zu den wichtigen Aufgaben gezählt werden.
Und lassen Sie mich bitte noch eines sagen: Wichtig ist, dass die DESWOS ihre Solidität und Stabilität nach so vielen Jahren auch weiterhin beibehält. Das ist das Verdienst all derer, die Mitgliedsbeiträge zahlen, Spenden aufbringen und die Stellplätze für Textilcontainer, quasi als Stellplatz-Spender, zur Verfügung stellen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken.

DESWOS: Herr Müller, wir wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre Aufgaben und Ihr Amt.