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Indien | Bau eines Schulgebäudes für Dalit-Kinder


Hier ist die Kastenzugehörigkeit egal! Damit für alle Schüler der Unterricht weitergeht, muss das Schulgebäude dringend saniert werden.
Foto: HUT Human Uplift Trust
„Believe me, Sir, children of Dalits do not have the intellectual capacity to learn and thus our schooling efforts are clearly  wasted!”
”Glauben Sie mir, mein Herr, die Kinder von Dalits sind nicht lernfähig und deshalb sind unsere Anstrengungen, sie zu beschulen, reine Verschwendung!“

Diese Meinung über die Kinder von Dalits haben viele Lehrer des staatlichen Schulwesens in Indien und leider muss sich der Projektbetreuer der DESWOS so etwas anhören. Auffällig oft sind es Lehrer aus höheren Kasten oder der Brahmanenkaste, die diese Meinung äußern. Ihnen kommt eine Versetzung in eine Schule im ländlichen Indien einer Strafexpedition gleich. In einer Mischung aus Vorurteilen und Frustrationen lassen sie oft ihren Unmut an den Dalit-Kindern aus oder kümmern sich einfach nicht um sie.

Der Arzt Dr. Raja Venkatesh kann diese Meinung nicht teilen. In Mannachanallur im Trichy District in Tamil Nadu arbeitete er mit Dalit-Kindern erfolgreich daran, diese Vorurteile zu widerlegen. Als Direktor der Partnerorganisation Human Uplift Trust (HUT) errichtete er in Mannachanallur eine private Schule, die auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern aus Familien eingeht, die das erste Mal eine Schule besuchen.  Alle Schülerinnen und Schüler dieser „Lernenden in der ersten Generation“ haben in den letzten sieben Jahren die staatlichen Prüfungen erfolgreich bestanden. Das Besondere: Die Hälfte der Schüler sind Dalit-Kinder. Sie kommen aus extrem armen Familien.

Das Schulgeld für Kleidung, Hefte und Stifte ist natürlich teuer. Als Tagelöhner könnten die Eltern oftmals das Schulgeld nicht zahlen. Deshalb gibt es eine Staffelung des Schulgeldes. Die ärmsten Familien entsenden ihre Kinder ohne Schulgeld. Dafür zahlen die besser gestellten Familien einen höheren Beitrag – und tun es bereitwillig, weil die Schule einen ausgesprochen guten Ruf hat.

Auch das Thema HIV ist ein Mannachanallur kein Tabu. Denn Kinder mit HIV-Infektionen und HIV-Waisen, die wegen ihrer Erkrankung andernorts abgelehnt werden, finden in Mannachanallur wie selbstverständlich einen Platz. Dies ist Dr. Venkatesh als Arzt ein wichtiges Anliegen.
 
Doch jetzt ist der Schulbetrieb gefährdet. Das alte Gebäude droht geschlossen zu werden, weil es nicht den neuen Brandschutzregeln entspricht und Sicherheitsmängel hat. Der Umbau und teilweise Neubau ist unumgänglich.

Die DESWOS hatdiese Schule mit ihrer besonderen Pädagogik unterstützt.
Bau eines 660 m² großen Schulgebäudes
  • Ausstattung mit sechs Klassenräume und Funktionsräumen
  • Einrichtung mit Schulmobiliar
  • Einrichtung eines Kindergartens und einer Bibliothek
Vielen Dank für Ihre Unterstützung dabei.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auch weiterhin ähnliche Projekte fördern könnten.


Quelle:
Veröffentlicht am: 03.01.2012