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Indien | Häuser für 15 Familien der Narikuravas

Angehörige der nomadischen Stammesgruppe wollen sesshaft werden


Narikuravas leben in sehr einfachen Hütten aus Stroh und Palmblättern.
Foto: DESWOS

Die Narikuravas sind Nachfahren einer jahrhundertealten nomadischen Stammesbevölkerung, die in Wäldern und an Flussläufen im heutigen Maharashtra lebten. Ihr Name entstammt einer Kombination aus den tamilischen Wörtern "Nari" und "Kurava„, was so viel heißt, wie „Schakal-Menschen“ oder „Fuchs-Menschen“. Beschrieben werden damit die umfangreichen Kenntnisse der Männer in der Jagd, insbesondere von Schakalen oder Füchsen. Die Frauen sind bekannt für ihre Kräuterheilkunde und für ihre kunsthandwerklichen Fertigkeiten. Aus Glas, Holzperlen und Samen stellen sie Schmuck her und verkaufen ihn in den Dörfern und Städten. Die Familien ziehen mit Kindern umher, ohne dass die Kinder je eine Schule besuchen können. Deshalb sind heute die meisten Narikuravas Analphabeten.

Weitreichende Verbote, noch aus der britischen Kolonialzeit, Waldprodukte zu sammeln und vor allem zu jagen, nahmen den Narikuravas zunehmend die Existenzgrundlage. Aus dieser Not heraus begannen sie zu betteln und illegal zu jagen, Honig und Beeren zu sammeln. Diese ungewollte Kriminalisierung führte dazu, dass die Narikuravas zunehmend stigmatisiert und von der jeweils ansässigen Dorfbevölkerung zunehmend abgelehnt wurden.

Nur eine Ansiedlung kann ihr Überleben sichern und die Zukunftschancen verbessern! Nur mit einem festen Wohnsitz können die Menschen gesundheitlich betreut, sozial gefördert werden. Auch nur dann sind die Schulbildung der Kinder und die Ausbildung Jugendlicher möglich.

Deshalb hat die Regierung ein Hilfsprogramm aufgelegt, das die DESWOS und ihr indischer Projektpartner AWARD unterstützen möchten. Jede Familie, die sich niederlassen will, erhält von der Regierung im Ort Gingee Taluk, in Tamil Nadu, ein 100 m² großes Grundstück und ein einfaches, aber solides Haus.

Die DESWOS hat für die ersten 15 Familien ein Zuhause errichtet mit 28 m² Wohnfläche mit einem Wohnzimmer und Schlafraum, einer Küche, Toilette und einer Veranda.

Das feste Siedeln ist für die Narikuravas ab jetzt ein wichtiger Startpunkt für ein Leben ohne Diskriminierung und für eine bessere Zukunft! Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch weiterhin ähnliche Projekte der DESWOS fördern.

Quelle:
Veröffentlicht am: 01.04.2016