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Das DESWOS-Filmprojekt in Tansania

- ein Reisetagebuch von Hans Peter Trampe, Dr. Klein & Co. AG

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Kameramann Arno Canzler bei den Dreharbeiten im gemieteten Zimmer von Mathilda, kurz vor ihrem Umzug in ein Haus der DESWOS.
Seit einiger Zeit unterstützen die Dr. Klein & Co. AG und die Hypoport AG die gemeinnützige Entwicklungshilfe-Organisation DESWOS , die seit mittlerweile mehr als 40 Jahren erfolgreich dem selbst gestellten Auftrag "Hilfe zur Selbsthilfe beim Bau von Wohnraum für notleidende Familien und bei der Sicherung ihrer Existenzen" entsprechend, Menschen in Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika hilft. Die DESWOS wird von den im GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. organisierten Verbänden der Wohnungswirtschaft und deren Mitgliedsunternehmen getragen. Außerhalb der Wohnungswirtschaft ist die Organisation, deren Schirmherrschaft Ulrich Wickert vor einigen Jahren übernahm, weitgehend unbekannt.

Damit der Bekanntheitsgrad und damit auch das Spendenaufkommen gesteigert werden kann, wurde vom 2. bis zum 9. April ein Film über das Projekt Hilfe für Kinder und allein erziehende Mütter in Arusha, Tansania gedreht. Die Filmaufnahmen und die damit verbundene Reise nach Tansania wurden von der Dr. Klein & Co. AG und der Hypoport AG finanziert. Im Anschluss sollen drei verschiedene Filmversionen entstehen.

Die Crew hat sich am 1. April auf den Weg nach Afrika gemacht und Hans Peter Trampe, Vorstand des Sponsors Dr. Klein & Co. AG (im Bild weiter unten mit Tonmann Sven Fackler), hat regelmäßig Tagebuch geschrieben, das Sie hier nun lesen können. Er hat es ursprünglich per E-Mail nach und nach an Freunde, Bekannte und Kollegen geschickt – daher auch die Duz-Form.

1. April
Heute morgen um 6 Uhr früh habe ich zusammen mit einer Filmcrew ein Flugzeug bestiegen, um via Amsterdam nach Arusha in Tansania zu fliegen. Dort werden wir zehn Tage lang einen Film über die Arbeit der DESWOS am Beispiel einer neu erbauten Wohnsiedlung für alleinerziehende Mütter drehen. DESWOS kennst Du nicht? Das ist sehr schade, aber alles andere als eine Schande. Denn außerhalb meiner Branche, der Wohnungswirtschaft, ist die einzige deutsche Wohnungsbau-Entwicklungshilfeorganisation nahezu unbekannt. Und genau das soll dieser Film ändern.


Hans-Peter Trampe beim Interview, hier mit Tonmann Sven Fackler

Die Menschen, mit denen ich in den vergangenen Monaten über die DESWOS und dieses Filmprojekt gesprochen habe, sind mit mir einig: Seit über 40 Jahren leistet die DESWOS großartige Arbeit, es müssten nur mehr Menschen von dieser Arbeit wissen, dann würde sie auch noch mehr Unterstützung bekommen. Kurz beschrieben errichtet die DESWOS Wohnsiedlungen in Entwicklungsländern auf der ganzen Welt. Wie sie das macht und warum das so nachhaltig ist, lässt sich aus dem folgenden Kurzexposé zu unserem Film leicht nachvollziehen:

Kisongo, ein dörflicher Stadtteil am Rande Arushas in Tansania. Zwei Frauen schleppen Sand und Wasser zur Baustelle. Hier entsteht ein Gemeinschaftshaus, der Beginn einer neuen Siedlung für allein erziehende Mütter. Etwa 25 Frauen mit ihren Kindern sollen hier leben. Ist Alleinerziehen in Deutschland bereits schwer, in Tansania leben die Frauen am Rand der Gesellschaft. In einem Land, in dem viele Menschen noch abergläubisch sind, geben die Familienclans den Frauen oft die Schuld am Tod ihrer Männer. Dabei gibt es bedingt u.a. durch die hohe Aidsrate unzählige Frauen, die ihre Familie allein durchbringen müssen. Durch die patriarchalischen Strukturen besitzen sie in der Regel kein Land, wohnen zur Miete und müssen sich oft mit bis zu 5 Menschen ein Zimmer teilen. 10 Quadratmeter, ein Bett, eine Couch, Kleidung und Kochutensilien unter dem Bett verstaut.

Die Projektleiterin Monika Caspary lebt seit knapp 20 Jahren in Afrika. Sie gehört zum Frauen-Department der evangelisch lutherischen Kirche, die das Projekt vor Ort betreut. Ihre Aufgabe ist es, Frauen auszuwählen, die in die kleinen Häuser einziehen dürfen. Wo sie gemeinsam die Kinderbetreuung organisieren und Gärten anlegen können. Ein paar dieser Wohnprojekte gibt es bereits. Gefördert vom gemeinnützigen Verein DESWOS.


Monika Caspary betreut das DESWOS-Projekt in Tansania als Mitarbeiterin der ELCT NCD

Gebaut werden sie von den Frauen gemeinsam mit Handwerkern. Hilfe zur Selbsthilfe. Auch was das Finanzielle angeht. Die Frauen können Mikrokredite aufnehmen, um sich eine Zukunft aufzubauen. Auch die Häuser bekommen sie nicht geschenkt. Sie werden ihnen erst überschrieben, wenn sie ihren Anteil abbezahlt haben. Wenn sie das schaffen, haben sie etwas, was den meisten Frauen in Tansania verwehrt bleibt: Eigentum. Ein Dach über dem Kopf, das ihnen niemand wegnehmen kann.

In den nächsten Tagen werde ich über unser Projekt Tagebuch führen. Sofern es die Internetverbindungen zulassen (davon gehe ich aber aus), werde ich dieses Tagebuch per Mail versenden und über unsere Arbeit, unsere Erlebnisse und unsere Gefühle berichten. Zurzeit bin ich so aufgeregt, wie ich es schon lange in meinen Leben nicht mehr war. Ich verlasse das so sichere Fahrwasser, in dem ich mich sonst bewege. Was wird uns vor Ort erwarten? Wie werden wir aufgenommen werden? Können wir einen hochwertigen Film produzieren, der unserem Ziel, Werbung für die DESWOS zu machen, gerecht wird? Und vor allem: Bringt unsere Arbeit den Menschen vor Ort etwas?

2. April
Nachdem die tansanischen Zoll- und Visabehörden unsere Nacht nachhaltig verkürzt haben, begann der erste Morgen gleich mit einem Highlight: der Übergabe von zwölf Häusern des dritten Bauabschnitts der Siedlung in Kisongo/Arusha. Auf Wunsch des Bischofs von Arusha sollte „großer Bahnhof“ gemacht und natürlich auch gefilmt werden. Zunächst fanden im Gemeinschaftshaus feierliche Ansprachen vom lokalen Pastor, vom Distriktpastor und natürlich am längsten vom Bischof statt. Anschließend die Übergabe jedes einzelnen Hauses durch den Bischof an die neue Bewohnerin. Schon während der Ansprachen war im Raum eine ungeheure Anspannung, aber auch Ungeduld spürbar. Bei der Übergabe der Häuser entlud sich das in Tränen und Freudengesänge gleichzeitig. Am nächsten Tag sollten wir erfahren, warum wir so starke Emotionen erlebt hatten.


DESWOS-Projektleiter Winfried Clever und Bischof Thomas Laiser im Interview mit Drehbuchautorin Heike Keuthen

Nach einem gemeinsamen Mittagessen haben wir die „Straßenseite“ (eigentlich eher ein Pfad) gewechselt um zu sehen, wie sich das Leben in den ersten beiden Bauabschnitten entwickelt hat. Denn keineswegs bekommen die Frauen fertige Häuser einfach geschenkt. Zum einem müssen sie beim Hausbau mit anfassen, zum anderen aber das „fertige“ Haus auch abzahlen: 16 Euro pro Monat, ungefähr zehn Jahre lang. Die genaue Länge der Rückzahlung richtet sich nach der Zementsackinflation. Bei Fertigstellung des Hauses wird der vereinbarte Rückzahlungsbetrag in Zementsäcke umgerechnet. Jährlich wird überprüft, ob mit der vereinbarten Rückzahlung noch die gleiche Anzahl der Säcke gekauft werden kann. Ist dies nicht der Fall, wird die Rückzahlung entsprechend angepasst. So wird die Hälfte  der Materialkosten von den Frauen getragen. Damit wird eine hohe Identifikation mit dem eigenen Haus geschaffen. Auch dass die Häuser noch selbst verputzt werden müssen, ist Bestandteil dieser Strategie und hält die Baukosten gering.


In der Siedlung Kisongo – alter und neuer Bauabschnitt

Wie nachhaltig diese Strategie ist, lernen wir in den Interviews kennen. Eine Frau nutzt das Grundstück zur Hühnerzucht, um diese auf den lokalen Märkten zu verkaufen. Pro Monat züchtet sie bis zu 150 Hühner. Eine andere Frau hat sich als selbstständige Anstreicherin eine sichere Existenz aufgebaut. Eine weibliche Handwerkerin in Tansania – sehr ungewöhnlich. Die Nächste hat einen Raum in eine Nähstube umgewandelt. Zurzeit produziert sie – typisch afrikanisch – farbenfrohe Topflappen und Tischsets. Wenn wir am Donnerstag wiederkommen, will sie uns allen ein Set schenken. Die Gastfreundschaft, die wir den ganzen Tag schon erfahren, ist einfach überwältigend. Ganz spontan wird am Ende des Tages von den Kindern noch für uns gesungen und getanzt. Völlig geschafft, aber auch sehr glücklich, fahren wir abends zurück ins Hotel.

3. April
Winfried Clever, der Projektleiter der DESWOS, hatte uns gewarnt: Der heutige Tag wird heftig werden, denn heute besuchen wir zwei Frauen, die uns zeigen, wie sie zurzeit noch leben. Schon im Vorfeld dieses Projektes hatte Winfried mir von Mathildas Lebensumständen erzählt, auf den Besuch war ich also ein bisschen vorbereitet. Wir fahren mit unserem Land Rover direkt vor einem Stahltor vor, durch eine kleine, niedrige Tür in diesem Stahltor gelangen wir über einen verwinkelten Gang in einen vielleicht 50 m² großen Innenhof. Von diesem gehen neun „Wohnungen“ ab, in den Frauen mit ihren Kindern leben. Wohnung ist das falsche Wort, denn es ist ein fensterloses, ca. zehn m² großes Zimmer, in dem bis zu fünf Personen leben. Für alle gibt es in einer Ecke eine Gemeinschaftstoilette. Geschirr oder Wäsche wird im Innenhof in Plastikschüsseln gewaschen. Trotz dieser kaum nachzuvollziehen Lebensumstände hören wir keine Klagen, es herrscht durch die vielen Kinder sogar eine richtige Fröhlichkeit.


45 Personen benutzen eine Gemeinschaftstoilette und eine einfache Dusche

Dass diese es noch vergleichweise gut haben, zeigt unser nächster Besuch bei Aisha, die wir zunächst an ihrem Arbeitsplatz besuchen. An einer belebten Marktstrasse hat sie auf einem Hinterhof einen kleinen Marktstand, an dem sie Gemüse und getrocknete Sardinen an Einheimische verkauft – Weiße oder Touristen verirren sich hier nicht her. Jeder Marktstand sieht eigentlich so gebrechlich aus, als wenn er die nächste Regenzeit nicht überleben würde. Nach diesem Besuch lädt uns Aisha zu sich nach Hause ein. Nach ein paar hundert Metern biegen wir von der Marktstrasse in eine kleine Seitenstraße, die schon schnell für unser Auto zu schmal wird. Wir folgen dem Weg weiter bis zum Ende der festen Bebauung und stehen an einem Entwässerungskanal oberhalb einer Lehmhüttensiedlung. Durch einen schmalen, abschüssigen Pfad laufen wir zu Aishas Heim – ein Zimmer mit einem Bett, zwei Sesseln und einem Schrank, vielleicht sechs m² groß. Hier lebt sie mit ihren zwei Kindern. Sie erzählt uns von der Regenzeit, wenn das Wasser in ihrer Lehmbehausung steht. Sie zeigt uns ihre paar Hühner, die sie in einer Mauernische oder in umgedrehten Holzkisten hält. Aber auch sie beklagt sich nicht. Unser Kameramann und mein Freund, Arno Canzler, immer fröhlich (es sei denn, irgendwas Technisches funktioniert nicht), schaut mir in die Augen – wir kämpfen beide, um die Fassung zu bewahren. Winfried bringt es auf dem Punkt: „Jetzt weiß ich wieder mal, warum wir Häuser bauen“.


Aisha mit ihrem 17-jährigen Sohn Ibrahim

Nach einer sehr notwendigen und längeren Pause geht es weiter nach Field Force, wo das erste DESWOS-Projekt für alleinerziehende Frauen 2005 errichtet wurde. Was für ein Kontrast. Fast alle aus der Siedlung begrüßen uns herzlich – zwölf Frauen und mindestens zwei Dutzend Kinder. Alles ist grün, kein Gestank mehr. Nach dem Vormittag ist dies ein Fest für die Sinne. Im Gemeinschaftshaus wird nach der Begrüßung gezeigt, wie dort die Kinder von einer in der Siedlung lebenden Lehrerin unterrichtet werden. Nach der Unterrichtsstunde wird dann draußen Fußball gespielt und zum Leidwesen unseres Fahrers wird sein Land Rover als Klettergerüst umfunktioniert. Ein Tag heftigster Kontraste geht mit einer fröhlichen Verabschiedung zu Ende.

4. April
Mit einer halben Stunde Verspätung (wir sind in Afrika, ich glaube nicht, dass es in Kisuaheli eine Übersetzung für Pünktlichkeit gibt) brechen wir in die Stadt auf. Dort wollen wir Monika Caspary treffen, die nicht nur die Projektleiterin hier vor Ort ist, sondern deren Organisationstalent wir es zu verdanken haben, dass wir diesen Film überhaupt drehen können. Wir sehen sie mit Aisha in ihrem Wagen sitzen und diskutieren. Das Ergebnis ist für uns eine positive Überraschung – wir dürfen am Freitag Aishas Umzug filmen. Mit Monika und acht Frauen machen wir uns dann auf dem Weg zu einer im Bau befindlichen DESWOS-Siedlung, um auch die Entstehung einer solchen Siedlung zu filmen. Ein Wort noch zu den Straßen: Die Hauptverkehrsstraßen sind geteert. Für die meisten Straßen gilt aber, dass man sich darauf geeinigt hat, ein bis drei Fahrzeugbreiten nicht zu bebauen oder zuzustellen, ansonsten sich aber selbst zu überlassen. Nur durch die Befahrung befestigt, dienen diese Straßen als Fahr-, Rad-, Fuß- und Wasserweg, häufig auch als Müllplatz. Dass diese Wege auch von normalen PKWs benutzt werden, scheint kaum vorstellbar.

An der Baustelle angekommen, sind wir erstmal froh, so viele Arbeiter zu sehen – was laut Winfried nicht immer unbedingt der Fall ist. Dann eine weitere Überraschung, als die Frauen aus Monikas Wagen aussteigen: Für die Filmaufnahmen haben sich alle ihre beste Kleidung angezogen… Sehr schnell stellen wir aber fest, dass sie das nicht darin hindert, kräftig anzupacken. Monikas Mann, Thomas, der der Architekt hier vor Ort ist, erklärt die Baustelle. Alle Baumaterialien werden hier in Tansania hergestellt – Zement, Mörtel, Steine, Dachziegel, Stahl. Dies ist wichtig, denn nur so wird die örtliche Wirtschaft auch mit solchen Projekten gefördert. Astrid Meinicke, früher selbst Projektleiterin bei der DESWOS und heute zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, erklärt mir, dass hier dank guter Handwerker sehr solide gearbeitet wird. Die richtige Menge Mörtel, sauber glattgestrichen, alle Steine mit Lotleinen gesetzt – dies funktioniert leider nicht bei allen DESWOS-Projekten so gut. Derweil sehen wir, wie die Frauen Zement anmischen, Steine schleppen und den Handwerkern zuarbeiten. Immer mehr wird mir klar, wie komplex Entwicklungshilfe sein muss. Mitfinanzierung und Mitbauen durch die Frauen, örtliche Baustoffe und Handwerker, keine Fix- und Fertigsiedlung bei Übergabe – all dies ist wichtig, um Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltig Erfolg zu haben.


Die Frauen arbeiten als Handlangerinnen mit

Am Nachmittag besuchen wir eine Siedlung, die vor vier Jahren bezogen worden ist. Landschaftlich wunderschön an einem Hang gelegen mit Blick auf den Mount. Meru und sehr fruchtbaren Boden. Hier werden wir an einer Versammlung im Gemeinschaftshaus teilnehmen. Der Empfang ist wie immer herzlich, die Gastfreundschaft wie immer überwältigend: Wie üblich bietet man uns die bequemsten Stühle an (hier sogar Sessel, die aus den Häusern in das Gemeinschaftshaus geschleppt wurden) und serviert uns Coca-Cola, Fanta oder Ginger Ale in kleinen Flaschen – in Tansania ein absoluter Luxus und sehr teuer für die Frauen. Vor Versammlungsbeginn bekommen wir auch noch jeder ein typisches afrikanisches Tuch geschenkt, dazu wird gesungen. Uns fällt allen gleich eine Frau auf, die tief gebückt geht und kaum geradeaus schauen kann. Eine typische Haltung für sehr alte Menschen. In der Vorstellungsrunde stellt sie uns ihre beiden Töchter vor - beide mit Sicherheit unter 20 Jahre alt und selbst schon Mutter. Ich fange an zu rechnen und schaue mir noch mal das Gesicht der „Greisin“ an – auch noch jung! Monika klärt uns später auf: Ihre „Behinderung“ beruht auf Misshandlungen durch ihren Mann. In der Versammlung erklärt uns die Siedlungsgemeinschaft, dass sie sie in ein freies Haus aufnehmen, unterstützen und pflegen möchten. Über die Hausvergabe entscheiden ein Board von Vertretern der Siedlungen, der Kirche und Monika. Sie versichert uns, dass hier wohl sehr schnell entschieden wird.


Mittlerweile eine intakte Nachbarschaft: Frauen vor ihrem Gemeinschaftshaus, rechts die „Greisin“

Die Abende im Hotel werden für uns immer wichtiger, um das Erlebte zu besprechen und zu verarbeiten. Heute Abend haben wir zum ersten Mal Internetverbindung auf unserem eigenen Rechner und lesen die Nachrichten aus Deutschland. Topmeldung: Phillip Rösler wird neuer FDP-Parteivorsitzender – wir müssen lachen (nichts gegen Herrn Rösler, aber unser Blickwinkel für Topmeldungen ist gerade etwas verschoben).

5. April
Kleine Überraschung heute morgen: Der Bericht vom gestrigen Tag kommt nicht erst am Abend, sondern schon morgens. Nachdem wir heute in der Stadt gedreht haben, werden wir anschließend Arusha für eine Nacht verlassen, um morgen Bilder von der Umgebung, der Landschaft, ja einfach der Schönheit von Tansania einzufangen. Wir wollen die Kontraste zeigen, die es in diesem Land gibt. Für meinen Geschmack ist uns das eigentlich schon ziemlich gut gelungen… Der Tag morgen wird aber eine sehr willkommene Abwechslung ohne straffen Drehplan werden, auf den wir uns schon alle freuen. Und da wir in unserer Lodge nächste Nacht wahrscheinlich kein Internet haben, gibt es den Bericht von gestern schon heute Morgen. Doch nun zum Bericht des vierten Tages.

Morgens treffen wir uns bei Monika und Thomas Caspary. Auf deren Grundstück werden die Dachziegel für die Häuser hergestellt. Das hört sich unspektakulär an, ist es aber nicht. Denn die Verwendung von Dachziegel ist in weiten Teilen der Bevölkerung nicht bekannt – man vertraut dem bekannten Wellblech. So war es in den ersten Bauabschnitt in Kisongo auch schwierig, die Frauen von Dachziegel zu überzeugen, weshalb einige auch noch auf das Wellblechdach bestanden haben. Bauphysikalisch zwar besser, haben die Dachziegel aber auch noch den weiteren, viel wichtigeren Effekt, dass mit ihrer Produktion bei Thomas acht Arbeitsplätze geschaffen werden können. 200 Ziegel werden so am Tag von Hand produziert, 900 braucht man für ein Haus in Kisongo.


200 Ziegel werden so am Tag von Hand produziert, 900 braucht man für ein Haus in Kisongo

Am späten Vormittag geht es weiter nach Kisongo. Gerade angekommen, muss sich die Filmcrew gleich teilen, denn wir müssen zwei verschiedene Szenen gleichzeitig einfangen. Arno, Sven Fackler (unser Mann für den Ton) und Heike Keuthen (unsere Redakteurin und gefühlte Chefin) wollen eine Wasserlieferung drehen. Die Versorgung mit Frischwasser ist eines der zentralen Probleme in Arusha. Arusha ist so stark gewachsen, dass die städtischen Netze nicht mehr ausreichen, um eine gesicherte Versorgung zu gewährleisten. So sind die Frauen auf Lieferungen von Wasser mit dem Handkarren angewiesen. Auf meine spätere Frage, warum man denn kein Brunnen bohren würde, bekomme ich eine einleuchtende Antwort: Für Brunnen muss man sehr tief bohren (bis zu 100 m), um zum einen Grundwasser zu finden, zum anderen aber auch auszuschließen, dass durch die fehlende Kanalisation das Grundwasser nicht verunreinigt ist. Und jeder neue Brunnen senkt den Grundwasserspiegel weiter ab.

Mein Dreh (das hatte ich noch gar nicht erwähnt – ich bin hier der zweite Kameramann) ist Balsam für die Seele. Ich darf im Kindergarten eine extra für uns einstudierte Aufführung einfangen. Es wird getanzt und gesungen. Diese Szene einzufangen, macht unheimlich viel Spaß. 20 Kinder wirbeln um einen herum, eine Kamera erscheint viel zu wenig, um dieses fröhliche Leben einzufangen. (Gerade jetzt beim Schreiben denke ich wieder zurück an den zweiten Tag, die Kinder dort im Hof oder in der Lehmsiedlung und mir wird wieder bewusst, wie sinnvoll das hier alles ist.)


Die Kinder bekommen im Kindergarten täglich eine warme Mahlzeit

Bei der Ablenkung bekomme ich gar nicht mit, dass Arno beim Drehen schwer stürzt. Nachdem er einmal kräftig geflucht hat, trägt er sein aufgeschlagenes Knie aber schon fast wieder mit „Humor“ – passiert halt. Trotzdem beschließen wir, den Drehtag zu verkürzen und Arno, der mit Abstand den anstrengendsten Part von uns allen hat, eine kleine Erholungspause zu gönnen. Aber ehrlich gesagt sind wir alle froh, mal nicht erst nach Sonnenuntergang wieder im Hotel zu sein.

6. April
Wir sollten uns nicht wundern, hatte Winfried gesagt, der Sitz des Bischofs, wo wir heute drehen, sei sehr bescheiden. Bescheiden? Mit der Kirche verbinde ich viele Adjektive - bescheiden gehört nicht unbedingt dazu. Tatsächlich stehen wir wenig später vor einem einfachen, dreistöckigen Bürohaus. Hier in der ersten Etage ist der Sitz des evangelischen Bischofs. Dort angekommen, finden wir eine enge, verwinkelte Etage vor, in der Minibüros mit einfachen Holzwänden abgetrennt sind. In der Tat alles sehr bescheiden, und meine Achtung vor der Arbeit der Kirche hier wächst gerade ganz erheblich. Die Kirche ist halt ein Spiegelbild ihrer Gesellschaft, erklärt Monika nüchtern und treffend. Hier, am Sitz des Bischofs, müssen die Frauen ihre monatlichen Raten einzahlen. Dabei lässt man ihnen durchaus auch mal drei Monate Zeit, dann wird aber gemahnt. Und wenn überhaupt nicht gezahlt wird, muss die Frau das Haus wieder räumen. Das kommt mir zunächst hart vor, ist aber unbedingt notwendig. Sonst könnte man den Frauen das Haus auch gleich schenken, dann würde aber weder die Eigenverantwortung gestärkt noch eine Nachhaltigkeit gegeben sein. Mir wird immer mehr klar, dass es auch strenge, einzuhaltende Regeln bei solchen Projekten geben muss.


Allein erziehende Mütter haben es schwer in Tansania. Im Projekt der DESWOS finden sie neuen Halt und ein Zuhause

Hier führen wir auch ein Interview mit Mary Laiser, der Chefin von Monika. Wir sprechen das Thema AIDS an. Spielt es eine Rolle bei der Vergabe der Häuser, ob Frauen AIDS haben? Nein, denn gerade bei AIDS-kranken Frauen würde man deren Lebenserwartung deutlich verbessern. Und wenn, wie bereits geschehen, eine Frau an AIDS stirbt, versucht man alles, um die Kinder im Haus zu lassen und ihnen eine Zukunft zu geben. Interessant zu wissen, dass nicht AIDS sondern Malaria hier Todesursache Nr. 1 ist, da die medizinische Versorgung deutlich besser geworden ist. Astrid erklärt mir später, dass man aber trotzdem noch viel mehr erreichen könnte, wenn hier mehr Aufklärung betrieben würde. Ein Aufklärungsprojekt zum Thema Hygiene hat die DESWOS schon in Indien erfolgreich begleitet. Nach dem Interview wollen wir in die Stadt fahren und noch einige Bilder vom örtlichen Handwerkermarkt drehen. Der entpuppt sich leider als so touristisch geprägt, dass wir auf die Bilder verzichten.

Am späten Nachmittag geht es dann weiter zum Arusha National Park, wo wir am nächsten Tag die andere Seite von Tansania, die unendlich schönen Landschaften und Tiere, filmen wollen. Übernachten werden wir in einer komfortablen Lodge, die Freunden von Monika und Thomas gehört. Wir genießen diese Umgebung und versuchen, nach fünf anstrengenden Drehtagen einmal auszuspannen. Beim Abendessen klärt uns Thomas über Alterspyramide und gesellschaftliche Strukturen in Tansania auf. Die Bevölkerung wächst rasant, 50 Prozent der Einwohner sind unter 18 Jahre alt. In einer Gesellschaft, in der es üblich ist, dass die Männer bei der Eheschließung mindestens fünf Jahre älter sind, haben die Männer bei dem Bevölkerungswachstum freie Auswahl. Nicht selten wird mit einer zweiten Frau die Erste dann verstoßen oder im besten Fall geduldet. Eine der Hauptursachen, warum es hier so viele alleinerziehende Frauen gibt.


Spontan und ausgelassen zeigen uns Kinder in den Kisongo einige Spiele

So aufregend, vielschichtig und unglaublich wichtig diese Erfahrung hier ist, so wächst aber auch meine Vorfreude auf meine so wunderbare Heimat.

7. April
Eigentlich sollte der Bericht vom sechsten Tag um Mitternacht beginnen, denn wir wollten in den 40. Geburtstag unserer Redakteurin Heike reinfeiern. Um 22:30 Uhr beschließen wir aber einstimmig, dass wir viel zu müde sind um bis Mitternacht durchzuhalten. So beginnt der Bericht des sechsten Tages denn auch erst am Morgen - und leider mit einer kleinen Enttäuschung: Von unserer Lodge hätte man einen herrlichen Ausblick auf den Kilimandscharo, wenn er sich denn nicht in Wolken gehüllt hätte (was er leider den ganzen Tag macht). Aber wir jammern gerade auf sehr hohem Niveau, denn die Landschaft – der fast ebenso schöne Mount Meru ist den ganzen Tag fast wolkenlos – und die Tierwelt sind atemberaubend. So gelingt es uns immer wieder, wunderschöne Bilder einzufangen – was für ein Kontrast zu den ersten fünf Tagen.


Häuser in der bestehenden DESWOS-Siedlung Field Force, im Hintergrund der Mount Meru

Ohne festen Drehplan bleibt so auch immer wieder Zeit, in Gedanken zu versinken. Mich beschäftigt der nächste Tag. Dort wird ein Interview mit mir geführt werden, warum Dr. Klein das hier unterstützt. Warum unterstützten wir ein Projekt in Afrika? Haben wir nicht genug Probleme in Deutschland? Die Antwort auf die letzte Frage kann ich kurz und knapp geben: Nein. Wir haben in Deutschland keine Probleme, die wir nicht eigenverantwortlich und aus eigener Kraft lösen könnten. Das war aber nicht immer so und ich glaube, das hat meine Generation nicht genug vor Augen, weil sie selber diese Zeit nicht erlebt hat. Nach dem Krieg hat die Bundesrepublik von der USA, gegen die Deutschland noch kurz zuvor Krieg geführt hatte, durch den Marshall-Plan den Anschub bekommen, der notwendig war, um dann mit eigener Kraft eines der reichsten Länder dieser Erde zu schaffen. Was passiert, wenn so eine Unterstützung ausbleibt und die Siegermacht stattdessen ein Land ausbeutet, haben wir auch in Deutschland erlebt. Heute hat das vereinigte Deutschland, dessen wirtschaftliche Stärke gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Wirtschaftskrise weltweit hochgeschätzt wird, die Kraft, anderen zu helfen. Und meiner Meinung nach nicht zuletzt im Hinblick auf die Unterstützung, die wir vor rund 60 Jahren erfahren haben, auch die Verpflichtung dazu.


Die Handwerker, die die Häuser erbauen, oder die Männer, die beispielsweise die Ziegel herstellen, gehen einer geregelten Arbeit nach und können so ihren Familien Sicherheit geben

Was die DESWOS hier macht, ist eigentlich nichts anderes, als lauter kleine Mini-Marshall-Pläne. Den Frauen wird ein Heim gegeben, sie können sich Eigentum und damit einen bescheidenen Wohlstand schaffen. Die Handwerker, die die Häuser bauen, oder die Männer, die beispielsweise die Ziegel herstellen, gehen einer geregelten Arbeit nach und können so ihren Familien Sicherheit geben. Die Kinder der Frauen und Handwerkerfamilien, die so behüteter aufwachsen, haben für ihre Zukunft ungleich bessere Voraussetzung als ihre Eltern. Und so wird eben nicht nur ein paar Dutzend alleinerziehenden Frauen und ihren Kindern ein Heim gegeben, sondern es wird ein ganzer Kreislauf in Gang gesetzt – ganz im Sinne des Marshallplans von 1948.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende. Morgen werde ich ein letztes Mal aus Tansania berichten, Am Sonntag versuche ich dann, wieder zu Hause, ein Fazit dieser Woche zu ziehen um damit dann dieses Tagebuch zu schließen.

8. April
Seit gestern wussten wir bereits, dass der Umzug mit Aisha nicht klappen würde, denn sie muss sich um eine erkrankte Verwandte kümmern. Monika hat aber schnell Ersatz organisiert, jetzt dürfen wir Mathilda begleiten, die wir schon am zweiten Tag in ihrem Hof besucht hatten. Als wir am Hof um kurz nach 8 Uhr morgens angekommen, ist der Umzug schon in vollem Gang. Das Bett, die Sessel, der Schrank und unterschiedlichste, prall gefüllte Taschen und Tüten sind schnell auf einem LKW verladen, los geht es nach Kisongo.


Endlich Umzug ins sichere Zuhause: Mathilda räumt ihre wenigen Habseligkeiten ein

Dort angekommen, sehen wir, das Mathilda in den letzten Tagen den Garten schon umgegraben und begradigt hat. Auch hängen schon einseitig bedruckte, bunte Vorhänge, die schöne Seite natürlich nach außen! Ich erinnere mich an den Hof – zum ersten Mal seit Jahren kann Mathilda wieder durch ein Fenster nach draußen schauen. Wir fragen Mathilda, wie sie sich jetzt fühlt. Sie antwortet mit zwei knappen Sätzen: „Hier kann mich keiner mehr verjagen.“ und „Jetzt fühle ich mich wie ein Mensch.“


Die Last der schweren Jahre ist Mathilda ins Gesicht geschrieben

In sieben Berichten habe ich versucht, Euch zu beschreiben, warum dieses Projekt so sinnvoll ist. Mathilda brauchte dafür zwei kurze Sätze.

Die anschießend auf dem Drehplan stehenden Interviews mit Winfried und mir erscheinen nach den Emotionen, die wir eben erleben durften, fast nüchtern. Ich muss „nur“ drei Fragen beantworten, nach unseren Motiven, warum wir dass hier unterstützen, was noch mehr getan werden kann und nach meinem persönlichen Fazit. Ich brauche für jede Frage drei Anläufe, bis die Antworten so sind, dass wir alle zufrieden sind. Vor der Kamera zu stehen erscheint mir gerade noch schwieriger als hinter der Kamera. Nach den Interviews fahren wir auf eine kleine Anhöhe in unmittelbarer Nachbarschaft, um noch mal eine Totale von der Siedlung zu drehen. Kaum damit fertig, brüllt Heike: „Drehschluss!“ Die Filmcrew jubelt und klatscht. Alle Szene, die wir uns im Vorfeld überlegt hatten, konnten wir realisieren. Arno hat 7:59 Stunden Rohmaterial gedreht – unter acht Stunden, das gilt bei den Filmern als Schallmauer für den Schnitt. Alles darüber ist für den Schnitt einfach zu viel. Ich werfe ein, dass sie ja von mir noch gut vier Stunden geliefert kriegen und mache mich mit der Bemerkung nicht gerade beliebt.

Zurück in der Siedlung hat Monika noch eine Überraschung für uns. Die Frauen der ersten beiden Bauabschnitte wollen uns mit Geschenken verabschieden. Wir versammeln uns im Halbkreis vor Mary’s Haus, die Frauen fangen an zu singen und zu tanzen. Aus der Gruppe tritt nacheinander immer eine Frau heraus und übergibt jedem ein paar handgeschnitzte Kerzenleuchter und eine selbst bemalte Karte: „Asante sana, Karibu Arusha Kisongo“ „Vielen Dank. Seid willkommen in Kisongo/Arusha“. Ich frage mich, was diese Frau gerade denkt, die mir lächelnd tief in die Augen schaut und diesen fast zwei Meter großen, weißen Mann mit feuchten Augen vor sich stehen sieht. Der Abschied fällt uns allen sehr schwer, auf der Rückfahrt in die Stadt wird kaum ein Wort gesprochen.

Epilog

Ich bin wieder zu Hause. Ich sitze auf meiner Terrasse und denke an die letzten Tage und den Abschied vom Team zurück. Ich werde wohl noch eine Weile brauchen, bis ich wirklich wieder angekommen bin. Mich beschäftigt natürlich auch die Frage, was hängen bleibt. Viele Fragen, die ich vor dieser Woche hatte, sind beantwortet, viele Zweifel ausgeräumt.


Wie jeder Einzelne aus dem Team erhält auch Hans Peter Trampe von den Frauen aus Kisongo zwei Kerzenständer aus Holz

Soll man Entwicklungshilfe „am anderen Ende der Welt“ machen und wenn ja wie? Kommen Spenden an und wird damit auch wirklich etwas bewegt? Ist die Arbeit der DESWOS wirklich so gut, wie ich immer gehört habe? Und natürlich ganz wichtig: Bringt unser Film etwas? Die letzte Frage wird die Zukunft beantworten, ich bin aber sehr optimistisch. Die anderen Fragen hoffe ich, Euch mit meinen Berichten beantwortet zu haben. Ich persönlich jedenfalls habe mir eine Meinung gebildet:

Entwicklungshilfe, wie sie die DESWOS betreibt, ist nicht nur sinnvoll, sie bedeutet Zukunft. Zukunft für die Frauen und Kinder von Arusha, aber auch Zukunft für eine Region. Ich weiß jetzt, was auch eine kleine Spende bewirken kann. Mit einer Spende von 1.500 Euro kann ein Haus in Tansania gebaut werden – sicherlich viel für einen Einzelnen, aber gemeinsam ist so eine Summe schnell erreicht. Auf einer Verabschiedung eines Vorstandes einer Hamburger Wohnungsgenossenschaft vorletzte Woche wurde statt Geschenken für ein anderes DESWOS-Projekt gesammelt. Wenn ich mich richtig erinnere, kamen rund 6.000 Euro zusammen – umgerechnet wären das vier Häuser! Irgendwie ist das doch viel sinnvoller und auch befriedigender für den Beschenkten als die soundsovielte Flasche Wein, die vielleicht sowieso nicht den Geschmack des Beschenkten trifft.

Die DESWOS hat im vergangen Jahr mit sechs Mitarbeitern 33 Projekte in der Umsetzung gehabt. Diese Mitarbeiter, von denen ich zwei in der vergangene Woche kennen- und sehr schätzen lernen durfte, werden von den Mitgliedsbeiträgen finanziert. Genauso wichtig wie die Spenden sind auch die Mitgliedsbeiträge. Gegenwärtig hat die DESWOS rund 620 juristische Mitglieder und 206 (!) natürliche Mitglieder - ab Montag 207. Mit diesen Mitgliedsbeiträgen bekommt die DESWOS Planungssicherheit. Wer es mir nachmachen möchte, hier ist die Beitrittserklärung.

Ich bin meinen Kollegen im Vorstand, die mir grünes Licht zu diesem Projekt gegeben haben, allen meinen Kollegen bei Hypoport und Dr. Klein, deren erfolgreiche Arbeit die Finanzierung dieses Projektes möglich gemacht hat und meiner Frau, die mich in der Arbeit für dieses Projekt stets bestärkt hat, unendlich dankbar dafür, diese Woche erlebt haben zu dürfen. Eine Freundin, die diese Berichte auch bekommen hat, hat mir eine Mail vor drei Tagen geschickt und es perfekt formuliert: „Solche Erfahrungen so hautnah machen zu können, ist ein unglaubliches Privileg, das nur wenigen Menschen vergönnt ist. Vor allem wenn man anschließend - also nach einer Woche - wieder ins organisierte und reiche Deutschland zurück darf.“

Damit schließt sich dieses Tagebuch. Die Filme (es wird unterschiedlich lange Versionen geben) werden Anfang Mai geschnitten und anschließend vertont. Einzelheiten werden dann im nächsten DESWOS-Brief stehen. Den bekommen aber nur Mitglieder.


Von links nach rechts: Monika Caspary mit ihren beiden Kindern Ruben und Alma, Drehbuchautorin Heike Keuthen, Hans Peter Trampe (Dr. Klein & Co. AG), Kameramann Arno Canzler, Astrid Meinicke (DESWOS), Winfried Clever (DESWOS), Tonmann Sven Fackler, im Vordergrund Kinder aus der Siedlung Kisongo in Arusha